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Discography 

National-Sozialistische-Schallplatten-Industrie

Svew Rike Hakenkreuz-Platte  


Please note: This is a discographical catalog - items are NOT available for sale from us
Achtung: Die ist eine discographische Übersicht - Die Platten stehen NICHT zum Verkauf

Danksagungen:
Wir verdanken Abbildungen und wertvolle Informationen Björn Englund (Stockholm), Michael Lang (Köln),.Ivan M. Zivancevic

Einführung:

Auch 60 Jahre nach dem Untergang des Nazi-Regimes ist die Aufarbeitung der Geschichte noch keineswegs abgeschlossen, insbesondere die discographische Forschung steht noch am Anfang. Zu den Instrumentarien, mit denen der NS-Staat zur Herrschaft gelangte, gehörten die Schallplatte und die „politische Musik“: Unstrittig ist, wie Marion Gillum und Jörg Wyrschowy im Vorwort zu ihrem Verzeichnis der Tondokumente im Bestand des Deutschen Rundfunk-Archiv darlegen, „dass die Nationalsozialisten die manipulative Kraft des politischen Liedes und das Gemeinschaftserlebnis beim kollektiven Singen intensiv zur ideologischen Mobilisierung nutzten“ („Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus“, Potsdam, 2000). In der Weimarer Zeit bis 1933 waren entsprechende Musiktitel im regulären Musikalienhandel auf vielen gängigen Schallplatten-Marken zu erhalten. Darüber hinaus gab es Firmen, die speziell für Anhänger „der Bewegung“ eigene Platten herstellten, zumeist unter prominenter Verwendung des Hakenkreuz-Symbols. In der „Phonographischen Zeitschrift“ vom 13.08.1932 erschien eine Anzeige „Die erste Adolf Hitler-Schallplatte! Soeben erschienen“. Das Markenzeichen für diese sogenannte „Braune Platte“ wurde eingetragen für Frz Eher Nachf. GmbH, München, Musikverlag (beantragt am 27.07.1932, stattgegeben am 20.12.1932 mit Nummer 451435 im „Warenzeichenblatt“); die Platten wurden von der Firma Clausophon gepresst.
Der Nationale Schallplattendienst GmbH Berlin sicherte sich die Wortzeichen „Nationale Ton Platte“, „Patria“, „Natopla“ (Wortzeichen beantragt am 24.5.32 und erteilt am 23.11.32 unter Nummer 450516 im „Warenzeichenblatt“); diese Platten wurden zum Teil von der Firma Artiphon gepresst, die sich pikanterweise in jüdischem Besitz befand. Als Händler für Platten der „National-Sozialistischen Schallplatten-Industrie“ empfahl sich durch eine Annonce in der „Phonographischen Zeitschrift“ vom 28.01.1933 eine Deutsche Buchhandlung in Leipzig mit ihrer Abteilung N.-S.-Schallplatten-Grossvertrieb“. Die N.S.-Schallplatten-Industrie verwendete zunächst Matrizen der Firma Brillant, bevor sie zu Eigenaufnahmen überging, die bei der Tonographie-Gesellschaft in Berlin erstellt wurden (und an dem Präfix „To“ vor den Matrizen-Nummern kenntlich sind). In der „Phonographischen Zeitschrift“ wurden keine weiteren Anzeigen geschaltet, dies erfolgte vermutlich in der braunen Presse, die diesbezüglich noch ausgewertet werden muss.
Die ersten Platten trugen ein Hakenkreuz auf neutralem weissem Grund. Die reguläre Serie trug ein Hakenkreuz innerhalb eines roten Ringes mit der Firmenbezeichnung "NS-Schallplatten-Industrie". Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Hakenkreuz von verschiedenen Firmen bald kommerziell ausgebeutet, so dass die Verwendung dieses Parteisymbols der NSDAP untersagt wurde. Nach dem Verbot aller Produkte mit Hakenkreuzen, die nicht unmittelbaren Bezug zur Partei hatten ("Gesetz zum Schutz der nationalen Symbole" vom 19.05.1933 (RGBl. I Seite 285)) änderte die "NS-Schallplatten-Industrie" ihr Erscheinungsbild unter Beibehaltung des roten Außenkreises und der weißen Scheibe in der Mitte, aber unter Ersetzung des Hakenkreuzes durch den Adler, dessen Fänge den Eichenlaubkranz halten. Die Bestellnummern änderten sich von 2000er-Nummern in 4000er-Nummern, während die alten Matrizen Verwendung fanden. Die Plattenbezeichnung ist nun "Viktoria". Ab 1935 war das Hakenkreuz förmlich Staatssymbol des Deutschen Reiches und dufte ausschliesslich für hoheitliche Zwecke verwendet werden. Alle Platten haben 25cm Durchmesser und kosteten 1.50 Reichsmark.
Der bisher einzig bekannte, undatierte Katalog (ein zweiseitiges Faltblatt) der N.-S-Schallplatten-Industrie – „Die Hakenkreuz-Platte“ - wurde in deutscher Sprache für die Zentrale für Volksaufklärung und Propaganda der schwedischen Nazipartei hergestellt und befindet sich heute im Archiv des Schwedischen Musikarchivs (Statens ljud- och bildarkiv). Plattenhüllen der NSII tragen ebenfalls Hinweise auf das Lieferprogramm.

Wir betonen ausdrücklich, dass wir uns weder mit den Symbolen noch den Inhalten dieser historischen Tondokumente identifizieren. Wir stellen diese discographische Übersicht ausschliesslich zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, Wissenschaft, discographischen Forschung, der Lehre bzw. der Berichterstattung über die Geschichte (StGB §§ 86,86a) zur Verfügung. Weder die Original-Platten noch die Tonüberspielungen können durch uns bezogen werden.

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N.-S.-Schallplatten-Industrie

Patria

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